Körperzusammensetzung

BMI: Was er bedeutet, wie man ihn berechnet und warum er allein nicht ausreicht

Der Body-Mass-Index (BMI) ist die weltweit am häufigsten genutzte Methode zur Bewertung des Körpergewichts. Aber was misst er eigentlich genau? Und warum reicht er als alleiniger Wert nicht aus? Dies ist Ihr kompletter Ratgeber – inklusive der WHO-Grenzwerte, den Schwachstellen der Methode und den nächsten Schritten für Ihr Ergebnis.

HINWEIS: Bildungswerkzeug. Kein Ersatz fur arztlichen Rat.
Auf einen Blick
  • Der BMI wird berechnet, indem man das Gewicht (kg) durch das Quadrat der Körpergröße (m²) teilt
  • Die WHO-Grenzwerte von 2000 teilen die Ergebnisse von Untergewicht bis hin zu Adipositas Grad III ein
  • Der BMI unterscheidet nicht zwischen Fett- und Muskelmasse: Er sollte immer durch andere Parameter ergänzt werden
  • Der Taillenumfang ist ein wichtiger zusätzlicher Indikator für das metabolische Risiko

Was ist der BMI?

BMI steht für Body-Mass-Index (auf Deutsch: Körpermassindex). Es ist eine Kennzahl, die sich aus dem Verhältnis von Gewicht zu Körpergröße ergibt. Sie wird von Ärzten, Ernährungsberatern und Wissenschaftlern weltweit genutzt, um das Körpergewicht im Hinblick auf die Gesundheit einzustufen.

Die Formel ist einfach:

BMI = kg ÷ m²
Das Gewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern

Beispiel: Eine Person mit einem Gewicht von 70 kg und einer Größe von 1,75 m hat einen BMI von 70 ÷ (1,75 × 1,75) = 70 ÷ 3,06 = 22,9 — was im Normalbereich liegt.

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Die WHO-Kategorien (2000)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Jahr 2000 die Grenzwerte zur BMI-Klassifikation für Erwachsene festgelegt. Diese Kategorien nutzt auch unser Rechner:

BMIKategorieGesundheitsrisiko
< 18,5UntergewichtErhöht (Mangelernährung, Osteoporose)
18,5 – 24,9NormalgewichtNormal
25,0 – 29,9ÜbergewichtErhöht
30,0 – 34,9Adipositas Grad IModerat erhöht
35,0 – 39,9Adipositas Grad IIHoch
≥ 40,0Adipositas Grad IIISehr hoch

Warum der BMI nicht alles ist

Der BMI ist zwar ein schnelles und nützliches Werkzeug, er hat jedoch wesentliche Schwachstellen, die man kennen sollte:

Er unterscheidet nicht zwischen Fett und Muskeln

Ein Sportler mit viel Muskelmasse kann einen BMI von 27 haben (eingestuft als Übergewicht), obwohl er einen sehr niedrigen Körperfettanteil hat und kerngesund ist. Umgekehrt kann eine Person mit einem „normalen“ BMI zu viel viszerales Fett und zu wenig Muskeln haben – ein Zustand namens sarkopenische Adipositas, der genauso riskant ist wie klassisches Übergewicht.

Er zeigt nicht, wo das Fett sitzt

Fettgewebe, das sich am Bauch (viszeral) ansammelt, ist weitaus gefährlicher als Fett an Hüften und Oberschenkeln. Zwei Personen mit demselben BMI können ein völlig unterschiedliches Gesundheitsrisiko haben, je nachdem, wo sich ihr Gewicht konzentriert.

Ein normaler BMI ist keine Garantie für die Abwesenheit metabolischer Risiken. Der Taillenumfang und andere Gesundheitsmarker sollten immer zusammen betrachtet werden.

Er variiert je nach Alter, Geschlecht und ethnischer Herkunft

Die WHO-Grenzwerte wurden hauptsächlich anhand von Daten europäischer Bevölkerungen entwickelt. Bei asiatischen Bevölkerungsgruppen treten metabolische Risiken oft schon bei niedrigeren BMI-Werten auf (einige asiatische Richtlinien nutzen 23 statt 25 als Grenze für Übergewicht). Zudem ist bei älteren Menschen ein etwas höherer BMI (bis zu 27) sogar mit einer besseren Lebenserwartung verbunden.

Der Taillenumfang: Die unverzichtbare Ergänzung

Für ein genaueres Gesundheitsprofil sollten Sie auch Ihren Taillenumfang messen (auf Höhe des Bauchnabels, nach normalem Ausatmen). Die Grenzwerte für ein erhöhtes Risiko liegen bei:

  • Männern: erhöhtes Risiko > 94 cm, sehr hohes Risiko > 102 cm
  • Frauen: erhöhtes Risiko > 80 cm, sehr hohes Risiko > 88 cm

Wenn Ihr BMI im Normalbereich liegt, Ihr Taillenumfang jedoch diese Grenzwerte überschreitet, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen: Ihr metabolisches und kardiovaskuläres Risiko kann dennoch erhöht sein.

Wie Sie Ihr Ergebnis interpretieren

Mein BMI ist normal. Muss ich mir Sorgen machen?
Ein normaler BMI (18,5–24,9) ist ein gutes Zeichen, aber er ist nicht der einzige Faktor. Behalten Sie auch Ihren Taillenumfang, Ihren Blutdruck und Ihre Cholesterinwerte im Blick. Setzen Sie weiterhin auf einen aktiven Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung.
Mein BMI zeigt Übergewicht an. Was sollte ich tun?
Ein BMI im Übergewichtsbereich (25–29,9) ist kein Notfall, aber ein Signal, aufmerksamer auf die Gesundheit zu achten. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, um andere Werte (Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin) zu überprüfen. Schon eine moderate Gewichtsabnahme (5–10 % des Gesamtgewichts) bringt messbare gesundheitliche Vorteile.
Gilt der BMI auch für Kinder?
Nein. Bei Kindern und Jugendlichen werden Wachstumskurven und altersabhängige BMI-Perzentilen verwendet, nicht die absoluten Grenzwerte für Erwachsene. Unser Rechner ist ausschließlich für Erwachsene (ab 18 Jahren) ausgelegt.
WHO (2000). Obesity: Preventing and Managing the Global Epidemic. Report of a WHO Consultation. WHO Technical Report Series, Nr. 894.
Ashwell M, Gunn P, Gibson S. Waist-to-height ratio is a better screening tool than waist circumference and BMI for adult cardiometabolic risk factors. Obes Rev. 2012;13(3):275-286.